Was nicht passt, bekommt ein passendes Schild (oder auch nicht)

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Gestern habe ich mit einer freundlichen Dame vom Straßenamt telefoniert. Sie rief mich an, nachdem ich mich per Email über die Beschilderungsreste einer nicht mehr vorhandenen Baustelle beschwert hatte.

An der Venloer Straße kurz vor der Eisenbahnunterführung stand nämlich ein Schild "Fahrradweg Ende" und "Gehweg, Fahrrad frei". Links Parkplätze, keine Möglichkeit, zur Fahrbahn zu gelangen ohne abzusteigen, umzudrehen und zur nächsten Lücke zu schieben. 30 Meter später stand dann das Schild "getrennter Rad- und Gehweg". Dieses war verdreht, so daß es zum Geisterradeln auf dem Gehweg gezwungen hat.

Meine Beschwerde habe ich in Form einer IFG-Anfrage geschrieben. Es hat sich herausgestellt, daß meine Emails ans Straßenamt ohne diesen Passus ignoriert werden. Mit eingebetteter IFG-Anfrage geht alles ganz schnell!

Die Dame vom Straßenamt wollte mir die "umfangreiche" Erklärung telefonisch abgeben. Da gab es nämlich ein paar Tage vorher eine Baustelle für nur eine Stunde, und da habe sie diese Beschilderung angeordnet.

Aber wie soll man dort auf die Fahrbahn gelangen, und später wieder zurück auf den Fahrradweg? Man muß ja über parkende Autos steigen! Aus Sicht des Straßenamts ganz einfach: man bleibt auf dem Gehweg. Und was wenn der Fahrradfahrer keinen Gehweg befahren möchte, selbst wenn er freigegeben ist? Wenn er keine Fußgänger gefährden will? Nicht vorgesehen. Ja, so ist das.

Und warum diese bekloppte Beschilderung? Weil der verbleibende Platz mit Baustelle zu eng war, um einen gemeinsamen Geh- und Radweg (benutzungspflichtig!) anzuordnen.

Die gute Nachricht ist, daß dem Straßenamt bekannt ist, daß es vorgeschriebene Mindestbreiten gibt. Die schlechte ist, daß man den Sinn dieser nicht verstanden hat. Daß das etwas mit Verkehrssicherheit zu tun hat. Daß ein Fahrradweg nicht einfach so im Nichts aufhören darf, daß man sich Gedanken machen muß, wie man den Fahrradverkehr an solchen Baustellen auf die Fahrbahn leitet.

Und warum leitet man den Fahrradverkehr nicht einfach ab der Spichernstraße auf die Fahrbahn? "Das ist doch zu umständlich!" Aber da braucht man ein Schild weniger! Wie kann das umständlicher sein? "..." (verwundertes Schweigen war durchs Telefon zu hören)

Wir haben uns darauf geeinigt, daß sie bei der nächsten Baustelle die Belange der Fahrradfahrer etwas mehr beachten wird. Also eher gesagt bei der übernächsten Baustelle. Denn die nächste ist bereits fertig geplant, die Anordnung ist schon ausgefertigt. Verstehen schon.

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