Dooring

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Gestern wurde in Sülz eine Radfahrerin "gedoort". "Dooring" nennt man, wenn ein Autofahrer (oder Beifahrer) die Autotür aufreißt, und ein Zweiradfahrer mit ebendieser kollidiert. Sowas führt zu fiesen Verletzungen.

Die Schuldfrage ist ganz einfach zu klären: wer die Autotür öffnet, und dabei den Verkehr nicht beachtet, ist schuld. Das hilft mit Radfahrer aber erstmal wenig, denn es tut auch schuldlos weh. Deswegen meidet ein umsichtiger Radfahrer diese Gefahrenzone, die neben jedem haltenden Auto lauert.

Dabei gibt es zwei Probleme:

  1. Selten gibt es Sicherheitsabstand zwischen Parkplätzen und (benutzungspflichtigen) Radwegen.
  2. Auf der Fahrbahn reagieren einige Kraftfahrer ungehalten, wenn sie hinter Radfahrern sind, die mehr als ein paar Zentimeter Abstand von parkenden Autos halten. Das reicht von Hupen, Aufforderungen oder Beleidigungen durchs geöffnete Beifahrerfenster bis zur gefährlichen Nötigung.

Punkt 1 ist einfach zu lösen: ein Radweg, der den nötigen Sicherheitsabstand nicht bieten kann, sollte nicht benutzt werden. Auch dann nicht, wenn er als "benutzungspflichtig" ausgeschildert ist. Ich bin mir ziemlich sicher, daß die Benutzungspflicht dort nichtig ist.

Punkt 2 ist ein großes Problem. Gegen die Selbstjustiz einiger jähzorniger Kraftfahrer gibt es kein Mittel, denn auch die Generalstaatsanwaltschaft Köln weigert sich trotz Videobeweis und mehrfacher Beschwerden, dies zu verfolgen. Ordnungswidrigkeitsverfahren werden bis zum Auslaufen der Dreimonatsfrist verschleppt.

Dennoch kann ich jeden Radfahrer raten: in der Mitte der Fahrbahnspur, außerhalb des Radius öffnender Autotüren, ist der sicherste Ort zum radeln. Man hat nach rechts etwas Platz zum Ausweichen, falls man von einem Auto abgedrängt wird, und hat etwas mehr Zeit, unachtsamen Fußgängern auszuweichen, die zwischen parkenden Autos hervorspringen.

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