Radfahrer absteigen

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Baustelle auf dem Gehweg. Sagt ein Arbeiter zum Kollegen: Loch ist gebuddelt, Zaun steht, welche Schilder müssen wir jetzt da dranmachen? Der andere: weiss nicht, hab den Wisch von der Stadt nicht dabei. Welche Schilder haben wir denn noch auf der Ladefläche liegen? Einfach mal alles dranmachen, irgendeines davon wird schon richtig sein.

Alle Verkehrszeichen sind falsch, und die Bake auch. Immerhin lenken die vielen Lampen vom irrwitzigen Schilderwald ab!

Wann wird endlich das letzte "Radfahrer absteigen"-Schild eingeschmolzen? Dieses Verkehrszeichen ist ein Widerspruch in sich: wenn ein Radfahrer absteigt, ist er kein Radfahrer mehr, sondern Fußgänger. Was nun? Direkt wider aufsteigen? Fahrrad schieben? Die wenigsten wissen, daß man den Gehweg dann nicht benutzen darf:

"Fußgänger, die Fahrzeuge oder sperrige Gegenstände mitführen, müssen die Fahrbahn benutzen, wenn sie auf dem Gehweg oder auf dem Seitenstreifen die anderen Fußgänger erheblich behindern würden." (StVO § 25 Abs. 2)

Gerade bei einer solchen Baustelle ist die Behinderung der Fußgänger zweifellos gegeben, genau wie bei den meisten Gehwegen. Man beachte auch: die Fahrbahn muß benutzt werden, nicht der Radweg.

Daß es keinen Sinn ergibt, Radfahrer absteigen zu lassen, hat auch der Verordnungsgeber erkannt:

"Das Zusatzschild 'Radfahrer absteigen' soll in der täglichen Praxis nicht mehr verwendet werden." (Baustellenabsicherung im Bereich von Geh- und Radwegen; Hinweise für alle mit Baustellensicherung befassten Personen)

In diesem konkreten Fall an der Baustelle am Gleisdreieck war die Lage noch eindeutiger, denn das Schild "Radfahrer absteigen" war an einer Gehwegbaustelle angebracht, wo man mit dem Fahrrad sonst auch nicht fahren darf.

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