Kampf-Autofahrer gegen Fahrrad

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Vorletzte Woche ist es wieder passiert: auf der Bergisch Gladbacher Straße (Köln) hat ein Autofahrer nach meinem Leben getrachtet:

Auto überholt und bedrängt mich

Zum Glück hatte ich meine Videokamera dabei. Hier ein Video der Szene.

Den Fahrer stelle ich gleich zur Rede. “Du sollst ja auch den Radweg benutzen!”, blökt er mir die Selbstjustiz-Standard-Antwort entgegen. Warum bloß glauben manche Menschen, daß eine Straftat die richtige Antwort auf eine mutmaßliche Ordnungswidrigkeit ist? Zeit, die Polizei einzuschalten.

Die Polizisten haben offensichtlich gar keinen Bock, sich mit meiner Strafanzeige zu befassen. Einer von ihnen fragt gleich nach meinem Führerschein, denn “ich werde Sie melden, damit man prüfen kann, ob Sie überhaupt als Fahrzeugführer geeignet sind” – ja, damit meint er mich, nicht den Autofahrer – “weil Sie wegen sowas gleich die Polizei rufen, statt sich zu vertragen”. Uff. Der Mann hat ja ein gefährliches Verständnis von seinem Job. Ich finde, der ist nicht als Polizist “geeignet”. Er scheitert an seiner Kernaufgabe: Verfolgung von Straftätern. Und macht dabei noch das Opfer zum Täter.

Ich beschreibe die Tat. Die Polizei scheint sich aber in erster Linie dafür zu interessieren, warum ich den Radweg nicht benutzt habe. Na, weil er zugeparkt ist!

Benutzungspflichtiger Radweg ist zugeparkt

Zu dem Zeitpunkt ist der DHL-Lieferwagen aber schon weg, aber mehrere PKW ragen weit in den Radweg hinein (wie immer an dieser Stelle). Ein paar Minuten Diskussion, ob es angesichts der verbleibenden Breite noch möglich ist, den Radweg sicher zu benutzen. Nein, sage ich, denn wenn ein Auto rückwärts ausparkt, sieht er in dem Moment die Radfahrer nicht. Der Polizist hat keine Lust mehr auf diese Diskussion, endlich geht es in der eigentlichen Sache weiter.

Der Autofahrer darf nun reden. “Dieser Radfahrer ist erst vor mir über die rote Ampel gefahren. Und dann war er plötzlich neben mir. Ich habe den nicht gesehen!”

Moment mal, ich überfahre vor Ihnen die rote Ampel, später bekommen Sie grün, fahren los, und plötzlich bin ich neben Ihnen? Wie komme ich denn da hin, wenn ich schon längst weg bin? Der Autofahrer stammelt weiter wirres und peinliches Zeug vor sich hin, reitet sich immer tiefer in die Widersprüche, und entscheidet sich dafür, mich wegen Rotlichtverstoß anzuzeigen.

Ich streite den Rotlichtverstoß ab. Der Autofahrer ist ein Lügner, und hier ist der Beweis (Extended Cut des obigen Videos mit grünen Ampeln).

Nicht genug, die Polizisten nehmen eine Strafanzeige gegen mich wegen Nötigung auf, weil ich angeblich den Autofahrer daran gehindert habe, Fahrerflucht zu begehen. Am Freitag kam dazu der Fragebogen “Schriftliche Äußerung als Beschuldigter (Scan)” per Post. Auf den Zeugenfragebogen wegen meiner Strafanzeige warte ich noch.

Meine Prognose: der Autofahrer kommt ungeschoren davon, weil “kein öffentliches Interesse an der Verfolgung” besteht, der Standardtextbaustein der Staatsanwaltschaft Köln. Gleichzeitig wird Anklage gegen mich wegen Nötigung erhoben.

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