Irgendwo ist viel Verkehr

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Die Existenz einer “qualifizierten Gefahrenlage” auf dem Dellbrücker Mauspfad hat Yvonne Kegel (Amt für Straßen und Verkehrstechnik Köln) mit dem hohen Verkehrsaufkommen begründet. Angeblich seien es 19.000 Kraftfahrzeuge pro Tag.

Komisch, denn das Land NRW nennt viel niedrigere Werte. Ich habe also bei der Stadt Köln Akteneinsicht beantragt, und siehe da – letzte Woche lag ein Brief von Yvonne Kegel im Briefkasten:

Kreuzung Brücker Mauspfad / Olpener Straße; Quelle: OpenStreetMap

“Es handelt sich hierbei um die Verkehrszählung Brücker Mauspfad Ecke Olpener Strasse. Diese Verkehrszählung kann auch für den Dellbrücker Mauspfad benutzt werden, da der Brücker Mauspfad zum Dellbrücker Mauspfad führt.”

Das ist die Gründlichkeit, mit der die Stadt Köln arbeitet – irgendwo hat man mal viel Verkehr beobachtet, und irgendwie ist deswegen eine andere Straße in einem anderen Stadtteil gefährlich.

Der Brücker Mauspfad ist tatsächlich die südliche Verlängerung des Dellbrücker Mauspfads. Wer von Dellbrück nach Rath fährt, kann dies durchaus auf dem Dellbrücker/Brücker/Rather Mauspfad tun. Aber daß alle Autos auf dem Brücker Mauspfad von/nach Dellbrück gereist sind, ist eher unwahrscheinlich. Wer den Straßenverkehr nur von seinem Deutzer Schreibtisch aus beobachtet, kann vielleicht auf so eine Idee kommen.

Der Brücker Mauspfad ist der Zubringer von diversen Brücker Wohngebieten zur Olpener Straße und damit zur Autobahn und zum Rest der Welt. Vermutlich wird ein großer Anteil des Verkehrs genau dorthin wollen. Dies kann sich Yvonne Kegel offenbar nicht vorstellen.

Dabei geht es hier nicht um Erbsenzählerei und Klugscheißerei: es geht um ein Fahrbahnverbot für Fahrradfahrer, welches mit diesen an den Haaren herbeigezogenen Zahlen begründet wird. Dieses Fahrbahnverbot zwingt mich auf einen gefährlichen Fahrradweg, der sich unstrittig in einem miesen Zustand befindet (Zusatzzeichen “Radwegschäden”).


Lacher am Rande: es gibt weder auf dem Brücker Mauspfad noch auf der Olpener Straße einen Radweg. Dabei hat Yvonne Kegel doch gerade schriftlich “bewiesen”, wie gefährlich es dort ist.


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