Nötigung oder keine Nötigung?

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Wie die Zeit vergeht, bei mir stapeln sich die Akten, die noch hier im Blog behandelt werden wollen. Schon vor zwei Monaten hat die Staatsanwaltschaft Köln einen neuen Brief zu dem mutmaßlichen Nötigungsfall gegen mich geschickt.

Wie befürchtet ist das Verfahren schon wieder eingestellt worden. Die Begründung:

Ein ungewöhnlich starker Bremsvorgang, welcher den Tatbestand der Nötigung erfüllen würde, ist darauf [auf dem Video] nicht zu erkennen. [Staatsanwaltschaft Köln, 16.3.2012]

Interessant wird es, wenn es zur Gegenüberstellung mit der vorherigen Einstellungsbegründung kommt (geschrieben von derselben Person):

Die Einlassung des Beschuldigten, er habe nur deshalb so stark gebremst, weil er bei seinem Überholvorgang fast eine rote Ampel übersehen hätte, ist nicht zu widerlegen. [Staatsanwaltschaft Köln, 21.9.2011]

Nicht zu widerlegen, soso! Das mit der roten Ampel war ziemlich einfach zu widerlegen, auf meinem Video sind alle Ampeln grün. Hat die Frau Amtsanwältin das denn schon vergessen? Die Frage ist nicht, ob das Auto stark gebremst hat, denn das hat der Fahrer zugegeben. Sondern ob der Autofahrer mich mutwillig genötigt hat.

Zumal die Nötigung ja nicht ausschließlich aus dem Ausbremsen nach dem Einscheren besteht. Das Auto hat hinter mir und während des Überholens gehupt, dicht aufgefahren, hat knapp überholt und ist ganz knapp vor mir eingeschert. Schon das wäre genug Nötigung, selbst wenn das Auto danach nicht stark gebremst hätte.

Doch leider scheint die Strategie der Staatsanwaltschaft Köln Arbeitsvermeidung zu sein, und dabei wird sogar die Sicherheit im Straßenverkehr geopfert.

Selbstverständlich habe ich wieder Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Köln eingelegt. Jetzt heißt es Warten auf die nächste Runde. Ich werde nicht locker lassen.

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